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Sybille Weber, Ehrenmitglied des Vorstandes der Freundschaftsgesellschaft Vietnam, langjährige Geschäftsführerin der Hilfaktion Vietnam, ist am 10. Oktober 2008 nach langer Krankheit verstorben. Geboren 1925, hatte sie schon in ihrer Kindheit und Jugend nicht nur den Faschismus und Krieg erlebt, sondern auch von ihren Eltern ein kritisches Bewußtsein über die politischen Gründe für beides vermittelt erhalten. Nach dem Krieg trat sie in die KPD ein und engagierte sich in der "Deutschen Friedensunion" und in der Frauen-Friedensbewegung. 1964 begann sie, zusammen mit Martin Niemöller und Walter Fabian, mit dem Aufbau der humanitären Hilfsorganisation "Hilfsaktion Vietnam" (HAV). Die von dieser Organisation geleistete Hilfe für Vietnam belief sich insgesamt auf etwa 170 Mio DM. Die HAV war die einzige westdeutsche Organisation, die wirklich größere Hilfsprojekte in Vietnam verwirklichen konnte. 1996 mußte die HAV ihre Aktivitäten einstellen, weil die Spenden zu stark zurückgegangen waren. Seit 2003 war Sybille Weber schwer krank und starb in einem Pflegeheim in Wetzlar. |
Ihrem eingenen Wunsch gemäß wird Sybille Weber in Vietnam beigesetzt werden. Am 23. November fand in Düsseldorf eine Abschiedsfeier statt. Zum Gedenkan an Sybille Weber waren Freunde, Genossen und Weggefährten gekommen und sehr viele Vietnamesen, darunter der Botschafter und der Generalkonsul der Sozialistischen Repubklik Vietnam. Ein Chor von vietnamesischen Studenten aus Aachen sang Lieblingslieder von Sybille, das vietnamesische Fernsehen brachte einen ausführlichen Bricht.
Wir dokumentieren im Folgenden die Ansprache des Vorsitzenden der Freundschaftsgesellschaft Vietnam, Prof. Dr. Günter Giesenfeld, zum Gedenken an Sybille Weber:
Im November 1972, in einer Pause der damals von Präsident Nixon befohlenen Bombardierung der Demokratischen Republik Vietnam, die die Vietnamesen "zur Vernunft" und "an den Verhandlungstisch" bringen sollten, besuchte eine halboffizielle Delegation aus der Bundesrepublik Deutschland die Hauptstadt Hanoi. Was damals auch in der deutschen Presse Aufsehen erregte, war die Tatsache, daß mit Uta Ranke-Heinemann ein prominentes Mitglied des öffentlichen Lebens dabei war. In einem Gespräch mit Pham Van Dong versprach sie, wie das so heißt im internationalen diplomatischen Verkehr, "schnelle und unbürokratische Hilfe der Bundesrepublik zur Heilung der Kriegswunden". Die Tochter des Bundespräsidenten war indessen nicht befugt, im Namen der Bundesregierung solche Versprechen zu machen, daß sie es doch tat, war vielleicht Naivität, vielleicht auch ein spontanes politisches Kalkül.
Zur Delegation gehörten auch noch Dorothee Sölle, Annemarie Fabian, Erich Wulff und - Sybille Weber. Und ich denke, daß die Vietnamesen wußten oder ahnten, daß von diesen Menschen viel eher und zuverlässiger Hilfe zu erwarten war als von einer deutschen Regierung, die trotz allem immer noch die Politik der USA unterstützte. Auf Filmaufnahmen dieser Begegnung sieht man natürlich immer wieder den prominenten Gast mit leuchtend weißen Handschuhen, Sybille Weber nur ab und zu im Hintergrund.
Das Bild ist typisch. Sie hat nie die Öffentlichkeit gesucht, sie hat sich vermutlich oft ihre Gedanken gemacht, wenn andere großspurig redeten, sie aber nicht öffentlich geäußert. In der von ihr 1964 mit begründeten Hilfsaktion Vietnam war sie der eigentliche Motor der Arbeit, wer auch immer die repräsentativen Funktionen ausübte. Sie war die Seele der Hilfsaktion und als solche habe ich sie kennen- und bewundern gelernt.
Als ich zu Beginn der 1970er Jahre, angeregt durch Wolfgang Fritz Haug und Erich Wulff zur Antikriegsbewegung stieß, war dies eine kontroverse und vielfach zerklüftete Bewegung, und die HAV war für mich sofort ein von ferne bewunderter ruhiger Pol. Das Gefühl politischer Zuverlässigkeit und humanitärer Effektivität, das diese Organisation mir vermittelte, war - und das habe ich erst nach und nach erkannt - der Geist, den Sybille Weber in ihr am reinsten verkörperte. Sie stand für die Seriosität der konkreten, wirksamen und wirklich solidarischen Hilfe für Vietnam und seine leidende Bevölkerung. Damals drohten die Diskussionen in den verschiedenen Zirkeln der Vietnamsolidarität sich in Fragen der Ideologie, der "richtigen" Linie zu verlieren. Für mich wurde dabei die Haltung der vietnamesischen Befreiungsfront mehr und mehr zu Vorbild, vor allem die Souveränität Ho Chi Minhs im sowjetisch-chinesischen Konflikt, die sich so vernünftig von den oft kurzschlüssigen Parolen unterschied, die hierzulande fälschlich der Befreiungsfront unterstellt wurden. Dabei war für mich die praktische Arbeit von Organisationen wie der HAV der wichtigste Bezugspunkt, an dem ich ungeachtet der ideologischen Querelen zum Kern der Solidarität zurückfinden konnte, der da lautete: Sich auf die wesentlichen Probleme konzentrieren, uneigennützige politische Unterstützungsarbeit zu leisten. Statt elitärer Arroganz die handfeste, professionelle, effektive und selbstlose Arbeit. Dafür stand mir die Arbeit der HAV, dafür steht mir der Geist von Sybille Weber. Und diesem Geist war es zu verdanken, daß Spender außerhalb des linken Spektrums bis weit in bürgerliche Kreise hinein aktiviert werden konnten. Das war ein wichtiger Erfolg in einer politischen Situation, die damals noch überwiegend antikommunistisch geprägt war.
Im Verlauf der 1970er Jahre fiel mir dann auf, daß viele Vietnamkriegsgegner kaum etwas über das Land wußten, für das sie eintraten, daß wir Vietnams Geschichte und Kultur kaum kannten und uns auch kaum dafür interessierten. Das hatte einen plausiblen Grund, es lag daran, daß unser Kampf vor allem gegen die Kriegspolitik der USA gerichtet war. Als der Sieg absehbar war, als er schließlich 1975 errungen worden war, wurde für mich eine andere Überlegung wichtig: Welches Interesse dürfte dieses Land noch beanspruchen, wenn es nicht mehr darum gehen würde - um es verkürzt auszudrücken -, die imperialistische Politik des Westens anzuprangern? Aus diesem Bemühen, den Nachholbedarf an Informationen über Vietnam zu erfüllen, entstanden ein Buch, mehrere Aufsätze und Filme. Und die praktische Konsequenz daraus war schließlich die Gründung der Freundschaftsgesellschaft im Jahre 1976, mit der es damals gelang, unterschiedliche Traditionen der Vietnambewegung zusammenzufassen und die "Nachkriegs-Solidarität" auf breiter Basis zu organisieren.
Wir verstanden uns jedoch weiterhin nur als die "eine Hälfte" einer Bewegung, die ohne die "andere Hälfte", nämlich die immer noch bitter nötige materielle Hilfe keinen Sinn haben würde. In einer neuen Konstellation von Aufgaben ergab sich eine natürliche Partnerschaft zwischen unserer Freundschaftsgesellschaft und der HAV, denn sie war damals die einzige Organisation in diesem Land, die Projekte größeren Maßstabs durchführen konnte. Einbezogen wurden später auch sowohl kleinere Initiativen (Bremer Solidaritätsbasar, Kinderhilfe), als auch die Vietnam betreffenden Aktivitäten anderer großer Hilfsorganisationen (terre des hommes, Brot für die Welt, Caritas).
Es ergab sich eine vielfältige und enge Zusammenarbeit mit der HAV, getragen von dem Bewußtsein, trotz der Arbeitsteilung am selben Strang zu ziehen. Die HAV nahm in ihren Mitteilungsblättern zu politischen Fragen Stellung, und die Freundschaftsgesellschaft unterstützte stets aktiv die Kampagnen der HAV durch die Mobilisierung der eigenen Mitglieder und der Öffentlichkeit. Noch heute vertraute Begriffe und Namen wie "Nähnadelfabrik" "Kinderkrankenhaus Hai Phong", "Cho Rai-Klinik", "Tay Ninh", "Ben Tre" kennzeichnen jene Verbindung zwischen Aufklärungsarbeit und konkreter Hilfe, die beide Organisationen mit je verschiedenen Schwerpunkten anstrebten.
Aber von den Umwälzungen im globalen Kräfteverhältnis sind jedoch dann, seit den 1990er Jahren beide Organisationen nicht unbeeinflußt geblieben. Wir erlebten und erleben eine neue Aufteilung der Welt, nachdem die Hoffnung auf eine multipolare Machtverteilung nach dem Ende des kalten Krieges gescheitert ist, und der immer brutaler durchgesetzte Anspruch der USA auf die alleinige Führerschaft bewirkte auch tiefgreifende Umwälzungen bei den internationalen Beziehungen und Umgangsformen. Und auch Vietnam hat sich entwickelt, Veränderungen zeigten sich zunächst als innenpolitische Reformen im Wirtschaftsbereich, und die "Öffnungspolitik" definierte die Beziehungen Vietnams zu vielen Ländern der Welt neu. Folgen davon sind Veränderungen der sozialen Lebensbedingungen, der Verwaltungs- und Gesellschaftsstrukturen sowie der politischen Kultur in Vietnam. All dies hat unsere Arbeit beeinflußt, unsere Beziehungen und Kontakte zu Institutionen und Menschen in Vietnam. Aus einer Erklärung der HAV vom 20.5.1996 kann man entnehmen, daß diese Veränderungen mit dazu beigetragen haben, die Arbeit dieser traditionsreichen Organisation zu beenden.
Noch viel entscheidender zu diesem Beschluß mag aber - so sehe ich es - das Bemühen beigetragen zu haben, ein langsames Versiegen der Aktivitäten zu verhindern und das "Ende" in selbstbestimmter wohlerwogener Form zu einem Zeitpunkt selbst herbeizuführen, an dem die HAV noch ist, was sie immer war: eine große, weite Kreise der Bevölkerung einbeziehende und breite Unterstützung genießende Organisation, deren Hilfsprojekte nicht den Charakter halbprivater, spontaner Aktionen hatten, sondern wohlgeplante, effektiv und professionell durchgeführte langfristige "Hilfe zur Selbsthilfe" waren.
Der Grund für die rückläufigen Spendeneingänge war sicher auch die Tatsache, daß der Vietnamkrieg inzwischen Geschichte geworden war, daß die Not und das Kriegselend inzwischen andere geographische Koordinaten hatte, daß als eine Konsequenz der neuen Weltordnung viele Gegenden der Welt, darunter fast ein ganzer Kontinent (Afrika), in Chaos, Elend und blutigen Kriegen versinken.
Heutzutage ist die Bereitschaft, sich persönlich und nachhaltig für eine schwierige, aber letztlich unspektakuläre Arbeit zur Verfügung zu stellen, nicht mehr so selbstverständlich und weit verbreitet. Nur dramatische, durch die Medien entsprechend spektakulär aufbereitete Naturkatastrophen können noch auf eine wirklich grandiose, aber spontane und kurzfristige Spendenbereitschaft rechnen, nicht aber die nur langfristig zu meisternden Folgen politischer Katastrophen. Man kann es auch anders ausdrücken: Menschen wie Sybille Weber, und ihr Name mag hier auch für andere stehen, bringt die neue politische Kultur in diesem Lande kaum mehr hervor. Und damit gibt es einen historischen Grund, Ihr Verschwinden zu betrauern. Neben die Trauer, daß sie als lebendiges Vorbild von uns gegangen ist, tritt die bittere Erkenntnis, daß in vielen Kreisen die Erfahrungen, die sie uns vermittelt hat, immer häufiger als überflüssig angesehen werden. In gewissem Sinn war unsere Entscheidung, Sybille Weber als Ehrenmitglied in den Vorstand der Freundschaftsgesellschaft zu berufen, auch ein Versuch, der Resignation, die solche Erkenntnisse auslösen, entgegenzutreten. So sollte das Ende einer großen Sache zum Anfang für neue, wenn auch kleinere Taten werden.
Denn wir haben die Hoffnung, daß verschiedene Elemente in der neueren politischen Diskussion (neue Einsichten in die Hintergründe des amerikanischen Kriegs in Vietnam vor dem Hintergrund neuerer amerikanischerer Kriege in Afghanistan, im Irak und anderswo) ein neues historisches Bewußtsein wecken könnten. In einer Zeit, da der internationale politische Diskurs kaum mehr die moralische Reflexion kennt, und statt dessen mit bombastischen pseudomoralischen Parolen durchtränkt ist, haben wir die Hoffnung, daß das Nachdenken über die historische Entwicklung, in dem der Vietnamkrieg eine neue Deutung erfahren wird, ein Körnchen Vernunft in die Debatten bringen könnte. Auf dieser Hoffnung gründet sich unsere Arbeit, sie hat damit auch weiterhin den globalen historischen und ebenso immer noch den konkreten solidarischen Bezug, sie ist damit eine den neuen Gegebenheiten angepaßte Fortführung dessen, wofür der Name Sybille Weber steht.
Vor etwas mehr als 4 Jahren erlitt Sybille Weber bei einer Herzoperation eine Gehirnembolie und kam in ein Pflegeheim nach Wetzlar. In dieser Zeit haben Marianna Ngo und ich sie fast jede Woche besucht. Diese Besuche bewirkten eine sehr intime persönliche Nähe, wie sie vorher zu Sybille nie bestanden hatte. Zugleich wurden wir in dieser Zeit zu betroffenen Zeugen ihres Verfalls. Denn anfängliche Hoffnungen auf eine dauerhafte Besserung ihres Zustandes bestätigten sich leider nicht. Für mich waren diese wöchentlichen Begegnungen durch zwei Faktoren geprägt: Einmal durch den Kontrast zwischen dem idyllischen Kleinstädtchen Wetzlar mit seinen oft sonnigen Fachwerkgassen auf der einen und der dumpfen Atmosphäre der Hoffnungslosigkeit des Pflegeheims auf der anderen Seite. Diese wurde nicht so sehr durch das Heim selbst hervorgerufen, sondern vor allem durch die Bewohner, ältere und alte meist hilflose Frauen und Männer, denen nichts weiter blieb, als auf ihren Tod zu warten, und die trotzdem für jede Ansprache für jede Geste eines Interesses oder einer Zuwendung dankbar waren und manchmal sogar laut danach bettelten.
In diesem sozialen Umfeld war Sybille eine Ausnahme. In der Zeit, in der sie noch redete, beklagte sie fast nie ihr Los, sondern hegte anscheinend immer noch die Illusion, bald genesen wieder nach Hause zurückkehren zu können. Sie machte sogar gelegentlich Witze und ihr rheinischer Dialekt, verbunden mit der Formulierung von sorgfältigen, grammatikalisch korrekten komplizierten Satzgefügen schien darauf schließen zu lassen, daß gewisse Funktionen ihres Gehirns noch intakt waren und vielleicht andere sich wieder erholen könnten.
Dann kam die Phase des Schweigens. Sybille sprach nicht mehr, obwohl es dafür keinen physischen Grund gab. Und da begann für mich die zweite Erfahrung im Umgang mit ihr: der langanhaltende, aber unaufhaltsame Abschied. Eine der letzten Äußerungen, die sie mir gegenüber machte, waren die Sätze: "Ich gehe jetzt" und "Es hat ja keinen Zweck mehr". Da wußte sie schon längst nicht mehr meinen Namen, anscheinend war ich ein ab und zu auftauchender Freund, denn ein Lächeln hatte sie gelegentlich immer noch für mich. Und ein unstillbares Bedürfnis nach Berührung, nach Streicheln und beruhigender Ansprache. Das Beeindruckendste war in diesen Monaten ihre Mimik. Sie war ausdrucksvoll und differenziert, sie schien den Eindruck zu relativieren, den wir sonst hatten: daß sie schon nicht mehr von dieser Welt sei, oder besser, daß wir keinen Zugang mehr zu ihr hatten, nicht mehr wußten, was und ob sie dachte, welche inneren Bilder sie noch sah und wie sehr sie sich ihrer Situation bewußt war. Kontakt war nur noch zu ihrem Körper, ihren Händen, ihren Augen möglich, nicht aber mehr zu ihrem Bewußtsein.
Und doch war ihre Haltung immer, bis zum Ende, von Würde geprägt. Sicher hing diese außergewöhnliche Haltung mit der medizinischen Entwicklung, mit ihrer speziellen Krankheitsgeschichte zusammen, die es ihr erlaubte, auch in Augenblicken der Hilflosigkeit und des Angewiesenseins auf professionelle, aber auch geschäftsmäßige Hilfe nicht in eine peinliche Infantilität zurückzufallen, wie ich es im Heim bei anderen erlebt habe. Ich nehme mir aber die Freiheit heraus, dies als eine menschliche Größe zu interpretieren, die mit ihrem Leben und mit der Sicherheit zusammenhängt, die hinter all ihren Aktivitäten stand. Gleichsam symbolisch erhob sie sich über die kläglichen alltäglichen Demütigungen ihrer Existenz als schwerer Pflegefall und wurde für mich ein wenig zum Symbol derjenigen historischen Größe, die ihr aufgrund ihres Lebenswerkes tatsächlich zukam.
Kein Wunder, daß man dies vor allem in Vietnam erkannt hat. Das Echo auf ihr Verschwinden in der vietnamesischen Presse war überwältigend, und es ist ja auch hier sichtbar geworden. Dreimal haben die jeweiligen Botschafter der SRV Sybille in Wetzlar besucht, sie wird ihre ewige Ruhe in vietnamesischer Erde finden, es wird in HCM-Stadt eine buddhistische Totenfeier geben.
Einer von denen, die Sybille Weber in Vietnam gedachten, tat dies in einer besonderen Form, Nguyen Trung. Er war der ersten Diplomat, der in Bonn 1976 die vietnamesische Botschaft in Bonn eröffnet hat. Dabei hatte er sofort enge Kontakte mit Sybille Weber. Später war er in Vietnam persönlicher Referent und politischer Berater des Ministerpräsidenten Vo Van Kiet. Er hatte in Leipzig Germanistik studiert und schrieb später auch Gedichte und Romane. Sybille hat er folgendes Gedicht gewidmet, das ich hier an den Schluß meiner Rede stellen will:
Sie saß unter dem gewaltigen Blau,
in der alternden Hand die Nelke.
Ihr Haar glich den Wolken, gebleicht
von den Nebeln der Zeit, ihr Gesicht
einem Schild, das harte Gefechte
überstand. Behutsam
drückte sie an sich die rote Blume
und schwieg...
Da kam weither ein Wind,
der ihre Gedanken brach.
Sie erhob sich und ging...
Im grünen Garten der Jugend
verschenkte sie die Nelke.
O Sybille, verstünde ich doch
die schweigenden Worte,
die du zu der Blume sprachst...
Zu ihr und der Zeit ihrer Krankheit gibt es ein Photoalbum