„Ein ganz großer Wurf”

Der pensionierte General

von Nguyen Huy Thiep

Übersetzt von Günter Giesenfeld und Marianne Ngo

in Zusammenarbeit mit Ngo Khac Tri, Tran Van Cung
und Luise Gutmann

Erster Band mit Erzählungen erschienen:
Als erste Veröffentlichung im Rahmen des Projekts „Neue vietnamesische Literatur” der Freundschaftsgesellschaft ist jetzt ein Band mit Kurzgeschichten von Nguyen Huy Thiep im Mitteldeutschen Verlag (Halle) erschienen. ISBN 978-3-89812-633-5 - 19 Euro.

Pressestimmen (Auszüge):

Wundersame Reise in eine fremde Welt.
Wie fremd diese Welt Vietnams ist, wird mir als deutschem Leser durch diesen Sammelband nahegebracht. Es ist eben die erzählerische Nähe zu den Menschen, zu ihrem Alltag mit seiner Enge, seinen Reibereien, die mich staunen lassen, wie anders die Welt sein kann.
Zu verdanken ist dies auch Marianne Ngo und Günter Giesenfeld, den beiden ÜbersetzerInnen, deren Liebe und Gewissenhaftigkeit auf jeder Seite spürbar ist. Außerdem ist sehr hilfreich, dass Günter Giesenfeld im Nachwort die erste Geschichte interpretiert und die Hintergründe vietnamesischer Literatur erklärt. Diese intellektuelle Unterstützung, die man eher als Vorwort lesen sollte, erleichtert es, weiter in die Geschichten einzutauchen, die in variantenreichen Formen dargeboten werden und auch im Inhalt manche Überraschung bereit halten.
So enthält dieser Band viele Geschichten, Photos von vietnamesischen Zeitgenossen und auch manche Legenden, die abwechslungsreiche Eindrücke aus einem fernen Land vermitteln, das einem menschlich immer vertrauter wird. 19 Euro für so eine Reise sind wirklich wohlfeil!

(Amazon-Rezension von Robert Straßheim. Bewertung: *****)

„Ein wunderbares Buch packt uns der Mitteldeutsche Verlag auf den Gabentisch. Es sind feinnervige Erzählungen des Autors Nguyen Huy Thiep aus den Jahren 1986-2004. Der Autor gilt als einer der wichtigsten Vietnams. Seine Helden sind kleine Leute, Bauern, arme Seelen.
Er schafft es unglaublich packend, ihre Lebenswirklichkeit zu schildern. Es sind warme, mitgehende Stories, die sich um wesentliche Dinge drehen, ohne dabei ihre Helden zu denunzieren. Ein ganz großer Wurf! Ein Buch, das lange in Erinnerung bleibt”

(Frank Willmann: www.weltexpress.info)

„Die achtzig Millionen Vietnamesen, das ist die Botschaft ihres Landsmannes Thiep, leben überwiegend einen materialistischen Daseinskampf, in dem der Heroismus der Kriegsgeneration in Vergessenheit gedrängt ist zugunsten der alltäglichen Jagd nach Geld, nach einem bescheidenen oder auch neureichen Wohlstand. Thieps Erzählungen, entstanden in den Jahren zwischen 1987 und 2004, sind jetzt erstmals aus dem Original von Marianne Ngo und Günter Giesenfeld übertragen worden, nachdem der Autor mit diesen und anderen erzählerischen Werken schon längst im französischen und englischen Sprachraum bekannt gemacht wurde. Trotz seiner kritischen Auseinandersetzung mit der Entwicklung der Gesellschaft und mit den Kulturbehörden Vietnams ist er übrigens nicht als Dissident ins Exil gegangen, sondern lebt in Hanoi. In einer (…) lapidaren Erzählweise (…) schildert Thiep immer wieder den Zusammenprall der alten Wertvorstellungen und Gebräuche mit dem Pragmatismus der gewinnorientierten Moderne. Dagegen stehen schöne, anschaulich ausgemalte Begebenheiten aus dem ärmlichen Alltagsleben und von den ausschweifend gefeierten Festen der Menschen. (...) Darin liegt das Verdienst seiner Texte für die vietnamesische Literatur, dass er seine Personen als Individuen in ihrem Selbstverständnis, ihrem Wünschen und Handeln ungeschminkt vorzeigt. (…) Die Sprache dieser Texte ist meist sachhaltig-spröde, zuweilen sehr poetisch, selten ausschweifend-blumig. Ihr aktueller Informationswert wird erhöht durch (…) das Nachwort des Übersetzers und langjährigen Vietnamkenners Günter Giesenfeld.”

(Erasmus Schöfer im WDR)


Nguyen Huy Thiep im Januar 2010, hier mit seinem kleinen Enkelkind