"Ich wünsche Dir alles Gute."

Besuch bei den Opfern

Stefan Kühner

Im Rahmen der Reise der Freundschafts-gesellschaft Vietnam in den letzten Ta-gen des Jahres 2007 besuchte die Gruppe in Hoi An das Waisenhaus, um dort eine Spende zu überbringen und sich über die Arbeit mit Agent Orange-Opfern zu informieren. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Reisegruppe hatten den Betrag aus Deutschland spontan aufge-stockt, so dass ca. 800 Euro für die Ar-beit der Einrichtung übergeben werden konnten.

Das Waisenhaus von Hoi An wur-de ursprünglich 1978 in Da Nang als "Zentrum für unterernährte und behin-derte Waisen" durch die Regierung Viet-nams eingerichtet. 1985 erfolgte der Umzug nach Hoi An, um behinderten, verlassenen und verwaisten Kindern der Provinz Quang Nam eine Heimstatt zu geben. Das Waisenhaus erhielt den Auf-trag, für die medizinische Versorgung, Ausbildung und soziale Unterstützung zu sorgen sowie den Kindern zu helfen, sich in die Gesellschaft zu integrieren. Die Einrichtung ist das größte Waisenhaus in der Provinz.

Derzeit leben in dem Heim 63 Kinder zwischen 2 und 20 Jahren. 34 Kinder sind behindert, unter anderem durch die Spätfolgen der Agent Orange-Besprühungen. Manche Kinder sind körperlich, manche geistig behindert. Viele sind mehrfach behindert. Das Haus ver-fügt über speziell eingerichtete Unter-richtsräume, einfache Rehabilitationsein-richtungen und drei Fachkräfte für phy-siotherapeutische Behandlungen. Die nicht behinderten Kinder gehen in die normale Schule vor Ort.

Die staatliche Unterstützung für das Waisenhaus ist sehr begrenzt und stellt im Wesentlichen nur die Versor-gung mit Lebensmitteln sicher. Unter-stützung erfährt das Waisenhaus durch die englische Organisation The Kianh Foundation.

Im Haus ist alles sehr einfach ein-gerichtet, aber sauber und gepflegt. Uns fiel besonders die freundliche Art auf, wie mit den Kindern gespielt und umge-gangen wurde. Einige Kinder und Ju-gendliche besuchen trotz schwerster körperlicher Behinderung die Oberschule und bereiten sich auf eine qualifizierte Berufsausbildung vor. Wie die Direkto-rin des Waisenhauses, Frau Trinh Thi Bich Thu, berichtete, üben manche ehe-malige Heimbewohner heute Berufe aus wie Jurist, Ingenieur oder Lehrer. Einer der Jungen, der trotz schlimmster körper-licher Verkrüppelungen die Oberschule besucht, ist der 20jährige Anh. Mit ihm kam ich ins Gespräch.

Wenn Sie für dieses Projekt der Freund-schaftsgesellschaft spenden möchten:
Freundschaftsgesellschaft Vietnam
Postbank Köln, BLZ 370 100 50,
Spendemkonto 001160501,
Stichwort: Agent orange